Passwörter und Konten der Familie
Die meisten Kinder kommen an den Code der Kindersicherung, weil sie beim Eintippen zuschauen. Und viele Eltern verwenden überall dasselbe Passwort.
Aktualisiert am 27.10.2026
Warum das wichtig ist
An deinem Apple- oder Google-Konto hängt die ganze Kindersicherung. Wer dein E-Mail-Konto übernimmt, kann fast alle anderen Passwörter zurücksetzen. Und wer das Konto deines Kindes übernimmt, schreibt in seinem Namen: Viele Fälle von Mobbing beginnen mit einem geteilten oder erratenen Passwort.
Für uns Eltern
- Ein Passwort pro Konto, mindestens 12 Zeichen, nie zweimal dasselbe. Das empfiehlt auch das Bundesamt für Cybersicherheit.
- Ein Passwortmanager merkt sich alle Passwörter. Du brauchst nur noch ein starkes Hauptpasswort.
- Anmeldung in zwei Schritten überall, wo es geht. Zuerst beim E-Mail-Konto und beim Apple- oder Google-Konto.
- Prüfen, ob deine Adresse in einem Datenleck vorkommt: haveibeenpwned.com.
Welcher Passwortmanager?
- Am einfachsten: der eingebaute von Apple (App «Passwörter») oder von Google (Google Passwortmanager). Er ist schon da und gleicht sich zwischen deinen Geräten ab. Einzelne Passwörter, etwa fürs WLAN oder den Streamingdienst, kannst du mit der Familie teilen.
- Für alle Geräte und Browser: Bitwarden oder Proton Pass aus der Schweiz.
- Alles selbst in der Hand: KeePassXC am Computer. Die verschlüsselte Datei liegt in einem Cloud-Speicher, auf dem Handy öffnet eine App dieselbe Datei (KeePassDX für Android, KeePassium für iPhone). Jeden Tag eine Kopie auf den eigenen Computer oder eine Festplatte, dann geht nichts verloren.
Das Hauptpasswort lässt sich bei keinem Passwortmanager einfach zurücksetzen. Schreib es auf und bewahre den Zettel zuhause an einem sicheren Ort auf, nicht im Portemonnaie.
Die Codes der Kindersicherung
- Eigener Code: Der Code für die Bildschirmzeit (Apple) oder das Elternpasswort für Family Link ist ein anderer als der Code zum Entsperren deines Handys.
- Nie eintippen, wenn dein Kind zuschaut. So kommen die meisten Kinder an den Code.
- Dein Kind kennt das Passwort deines Apple- oder Google-Kontos nicht. Damit liesse sich der Code zurücksetzen und die Kindersicherung ausschalten.
Was dein Kind wissen muss
- Passwörter teilt man nicht, auch nicht mit der besten Freundin oder dem besten Freund. Nur mit den Eltern.
- Vier zufällige Wörter wie «Velo Tannzapfen Regen Gitarre» sind lang, gut zu merken und schwer zu erraten. Ein Name mit Geburtsjahr ist in Sekunden geknackt.
- Niemand Echtes fragt per Nachricht nach dem Passwort. «Gratis-Robux», «Dein Konto wird gesperrt» oder ein Gewinnspiel wollen genau das.
- Wenn ein Konto übernommen wurde: sofort Passwort ändern, Freunde warnen, dass die Nachrichten nicht vom Kind sind, Screenshots machen. Mehr unter Hilfe holen.
Ehrlich gesagt
Der beste Passwortmanager nützt nichts, wenn das Hauptpasswort «Sommer2026» heisst. Nimm dir einen Abend, fang mit dem E-Mail-Konto an und nimm dir dann jede Woche ein paar weitere Konten vor.